Krankenbett

Unter dem Begriff Krankenbett werden Pflegebetten, Krankenhausbetten und Seniorenbetten zusammengefasst.

Die Geschichte des Krankenbetts

Schon im 18. Jahrhundert war man sich darüber klar, dass dem Bett eine ganz besondere Bedeutung bei der Pflege eines kranken Menschen zukommt. Basierend auf dieser Erkenntnis begann die Entwicklung von gezielt auf die Versorgung Pflegebedürftiger ausgerichteten Krankenbetten, zunächst mit variablen Seitenteilen. Später folgten unterteilte, einzeln verstellbare Liegeflächen, erst manuell, dann elektrisch. Heute können Krankenbetten mit einer Vielzahl an Sonderfunktionen und Hilfsmitteln bedarfsgerecht ausgerüstet werden.

Während man diese Art Betten früher fast ausschließlich in Kliniken und Alten- und Pflegeheimen fand, sind sie heutzutage immer häufiger in privaten Wohnungen und der häuslichen Pflege anzutreffen. Sie alle sind in Bezug auf Ausstattung, Aufbau und Handhabung für die besonderen Bedürfnisse kranker Menschen ausgelegt, können dem Patienten ein Stück Selbstständigkeit erhalten und durch mehr Komfort und Bequemlichkeit seine Lebensqualität steigern. Gleichzeitig bietet das Krankenbett für Pflegepersonal und Angehörige eine spürbare Erleichterung und ermöglicht eine kraftsparende und rückenschonende Arbeitsweise. Denn im Unterschied zum herkömmlichen Bett verfügt heute auch schon ein einfaches Krankenbett über mehr technische Einzelfunktionen und ist meistens nach Bedarf durch spezielle Zusatzhilfen erweiterbar.

Seniorenbett

Die einfachste Variante des Krankenbettes ist das Seniorenbett, das vor allem das Aufstehen und Hinlegen erleichtern soll. Mit Einstiegshöhen ab 45 cm, höhenverstellbaren Liegeflächen und motorbetriebenem Lattenrost bietet es viel Komfort für ältere Menschen mit leichten bis mittleren altersbedingten Bewegungseinschränkungen. Seniorenbetten sind als Einzel- oder Doppelbettmodell in unterschiedlichen Maßen, Designs und Materialien erhältlich, sodass sie sich jedem Einrichtungsstil anpassen. Zusätzlich gibt es im Fachhandel bereits Modelle, die erweiterbar sind und sich bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu Pflegebetten umrüsten lassen.

Seniorenbetten sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt. Seniorenbetten sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt.
(Lizenz: CC BY-SA 2.0 von Roger Wollstadt, flickr)

Pflegebett

Pflegebetten kommen sowohl in Alten- und Pflegeheimen als auch in der häuslichen Krankenpflege zum Einsatz. Sie müssen dem Bedarf des Kranken und des Pflegepersonals entsprechen, den hygienischen Anforderungen genügen, therapeutische Lagerungen ermöglichen, belastbar und robust sein und über Sicherheitsvorrichtungen verfügen.

Bei modernen Pflegebetten können standardmäßig die Gesamthöhe verändert sowie Kopf- und Fußteilhöhe variiert werden. Das Heben und Absenken der Liegefläche ermöglicht der Pflegeperson die ergonomische Durchführung der Pflegemaßnahmen. Dem Patienten selbst wird der selbstständige Ein- und Ausstieg erleichtert. Besonders komfortabel gestaltete Modelle erlauben Neigungen des gesamten Bettes zur Seite oder zum Kopf- bzw. Fußende. Damit kann auch eine einzelne Person bei bettlägerigen Patienten wirksame regelmäßige Lagerungswechsel zur Vermeidung von Druckstellen, Wundliegen und Kreislaufproblemen durchführen, ohne den eigenen Rücken zu stark zu belasten.

Die Positionierung der beweglichen Bettteile kann sowohl manuell als auch elektrisch mit einem handlichen Bedienungselement erfolgen.

Zubehör für Krankenbetten

Neben der Standardausführung gibt es für Pflegebetten diverses Zubehör, das abhängig vom Bedarf jederzeit nachgerüstet werden kann. Sinnvoll können stabile bremsbare Rollen sein, mit denen dass Krankenbett mobil und einfach transportierbar wird. Eine Aufrichthilfe mit Triangelgriff, der sogenannte Bettgalgen, ermöglicht dem Patienten eigenständige Lagerungswechsel und Mithilfe bei der Durchführung von Pflegemaßnahmen. Auch das Umsetzen vom Bett in einen Rollstuhl wird dadurch vereinfacht. Mit Bettgittern, die in unterschiedlichen Höhen an den Bettseiten angebracht werden können, sollen Stürze vermieden werden. Auch die Anbringung spezieller Fixiervorrichtungen ist möglich, um den Schutz und die Sicherheit unruhiger oder verwirrter Personen zu gewährleisten.

Eine Aufrichthilfe mit Triangelgriff, auch Bettgalgen genannt, ermöglicht einen eigenständige Lagerungswechsel. Eine Aufrichthilfe mit Triangelgriff, auch Bettgalgen genannt, ermöglicht einen eigenständige Lagerungswechsel. (Lizenz: CC BY 2.0 von artfulblogger, flickr)

Da ein Krankenbett über die Normmaße 100 x 200 cm verfügt, können sowohl handelsübliche Matratzen als auch Spezialmatratzen wie Würfel- und Wechseldruckmatratzen verwendet werden.

Das Krankenkbett in den eigenen 4 Wänden

Der Preis für die Anschaffung eines solchen modernen Krankenbettes ist je nach Ausstattung entsprechend hoch. Dennoch muss auch in der privaten häuslichen Pflege niemand auf Komfort und Erleichterung in der Pflege verzichten, denn es kann als Leihgabe zur Verfügung gestellt werden. Vorraussetzung ist eine ärztliche Verordnung, die bei der Pflegekasse eingereicht wird. In manchen Fällen verfügen die Pflegekassen über eigene Krankenbetten, die sie im Bedarfsfall zur Verfügung stellen. In anderen Fällen bekommt das örtliche Sanitätshaus den Auftrag, ein entsprechendes Bett zu liefern. Für den Benutzer fallen keine Leihgebühren an, auch Lieferung, Abholung sowie eventuell nötige Reparaturen sind kostenlos.

Doch auch wenn keine ärztliche Verordnung möglich ist, kann über Pflegedienste oder den Sanitätsfachhandel ein Krankenbett entliehen werden. Dann fallen allerdings eine Kaution sowie monatliche Leihgebühren an. In jedem Fall ist sicher, dass ein geliehenes Bett gründlich gewartet und in technisch einwandfreiem Zustand ist. Auch die Angst vor Keimen ist unbegründet, da alle Betten und Matratzen vor der Weitergabe gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Krankenhausbett

Ein modernes Krankenhausbett verfügt im Vergleich zum Pflegebett über erweiterte Funktionen und ist dem Klinikbedarf angepasst. Dazu gehört eine elektrische Bedienung der einzelnen Elemente sowie die Ausrüstung mit leistungsfähigen Akkus. Ausgestattet mit stabilen Rollenpaaren, die über Einrastfunktionen verfügen, ist ein solches Krankenbett leicht zu steuern und bietet Sicherheit auch auf abschüssigem Boden.

Ein Krankenhausbett in Carolina, USA Ein Krankenhausbett in Carolina, USA (Lizenz: CC BY-SA 2.0 von Eric Acevado, flickr)

Auch hier betragen die Bettmaße 100 x 200 cm. Bei manchen Bettmodellen ist eine Verlängerung und Anpassung an die Körpergröße des Patienten durch Auszug des Fußteils möglich. Sowohl Kopf- als auch Fußteil sind einfach zu entfernen, um Notfallmaßnahmen zu erleichtern.

Material

Als Material werden robuster Kunststoff und Metall (Stahl) verwendet. Sie erlauben gründliche und zugleich oberflächenschonende Reinigung und Desinfektion, die auch maschinell in klinikeigenen Bettenzentralen erfolgen kann.

Als Matratzenauflage dienen keine Lattenroste, sondern meist Drahtgitter oder Kunststoffplatten. Sie sind wartungsärmer und erleichtern im Notfall eine Herzdruckmassage.

Intensivmedizinischen Klinikbetten

Moderne Klinikbetten, die auch im intensivmedizinischen Bereich zum Einsatz kommen, sind mit externen Bedienelementen ausgerüstet, die sie mit einem Knopfdruck in eine flache Grundposition bringen. Neben der gängigen Ausstattung mit Bettgalgen und Seitengitter verfügen sie auch über Haltevorrichtungen für Infusionen, Sauerstoffflaschen und medizinische Überwachungsgeräte.

Ein intensivmedizinisches Klinikbett mit elektronischem Bedienelement Ein intensivmedizinisches Klinikbett mit elektronischem Bedienelement
(Lizenz: CC BY 2.0 von Michael Cote)

Andere Modelle ermöglichen die Regelung der Körpertemperatur oder das Wiegen des liegenden Patienten. In Einzelfällen kommen auch Spezialkrankenbetten zum Einsatz, die eine Versorgung bewegungsunfähiger oder stark übergewichtiger Patienten erlauben oder für besondere Therapieformen ausgelegt sind.